Keine Leiche im Hafenbecken! War nur ein Pullover

Wasserleiche

Als ich letztens mit einem Kumpel eine kurze Spritztour machen wollte, ging beim Ablegeversuch sofort beim Gangeinlegen der Motor aus. Zunächst vermutete ich einen Fehler in der Zündunterbrechung der Schaltung, die die Zündung normalerweise nur kurzzeitig wegnimmt, wenn die Gänge herausgenommen werden und in Neutral geschaltet wird. Da das Boot frei schwamm, war Grundkontakt des Propellers auszuschließen. Ich sagte jedoch zu meinem Kumpel er solle mal kurz an die Schraube fassen und diese drehen, um zu schauen ob da evtl. etwas verklemmt wäre. Der Motor war dann natürlich aus. Mein Kumpel stieg auf die Badeplattform und griff ins Wasser um dann mit einem Aufschrei wieder ins Boot zu hüpfen. Er meinte Haare, Fell oder Stoff gespürt zu haben mit einer schweren Masse daran und lieferte auch sofort eine sehr ausgeschmückte Geschichte von Wasserleichen oder Leichenteilen, die sich dort verhangen haben könnten. Da er anscheinend ein recht sensibles Mäuschen ist, wollte ich ihn mit der Aufgabe das Zeug da herauszuholen nicht weiter belasten und habe mal einen Griff gewagt. Stoff war zu spüren Leichenteile jedoch Gott sei dank nicht. Da eine ganz schon große Stoffmenge um den Prop gewickelt war, und das Wasser im Hafenbecken doch recht trüb ist, konnte ich nicht sofort erkennen, was das sein konnte. Da der Stoff so fest gezogen war, dass sich die Schraube in keine richtung mehr drehen ließ, ließ ich den Motot wieder an und schaltete ganz kurz in den Rückwärtsgang. Der V8 hat doch etwas mehr Dampf als ich in den Armen. Anschließend war die Schraube schwer drehbar und ich konnte durch Hin- und Herdrehen den Stoff etwas befreien und Teile davon an die Oberfläche ziehen. Es war ein recht großer, alter und nach Schlick stinkender Seemannspullover. Nach weiteren 5 bis 10 Minuten fummelei war der komplette Pullover aus dem Antrieb heraus und es konnte endlich losgehen. Mein Kumpel hat auch wieder Gesichtsfarbe bekommen, konnte jedoch das Thema nicht ganz vergessen, so dass wir noch ein wenig “Was wäre wenn..” diskutierten bzgl. der Geschehnisse, die abgelaufen wären, wenn tatsächlich ein Toter in diesem Pullover gesteckt hätte. Wahrscheinlich hat mein Kumpel die Geschichte aus Rügen noch nicht verarbeitet gehabt (siehe unten)


Wasserleiche mit Steine an den Füßen vor Rügen geborgen
30.06.2006: Binz/MVr Die Wasserschutzpolizei von Rügen hat am Donnerstagnachmittag vor der Küste der Ostseeinsel Rügen eine Wasserleiche geborgen.

Die unbekannte Tote lag wenige Meter vom Ufer entfernt zwischen Binz und Sellin (Kreis Rügen). An ihren zusammen geschnürten Füßen waren mehrere Steine befestigt, teilte die Stralsunder Polizeidirektion am Freitagmorgen mit. Die vier etwa kindskopfgroßen Steine waren mit einem Kleidungsstück, möglicherweise einer Damenbluse, am Körper befestigt.

Das geschätzte Alter der Toten liege zwischen 30 und 50 Jahren, hieß es. Einer ersten Einschätzung zufolge befand sie sich bereits seit mehreren Tagen im Wasser. Die Kriminalpolizei ermittelt in alle denkbaren Richtungen. Sowohl eine Straftat als auch ein Suizid komme in Frage. Die genaue Todesursache soll durch eine Obduktion in einem rechtsmedizinischen Institut festgestellt werden.

Mvregio Landesdienst red/rüg

Hier ist jetzt noch ein Bild, welches den Pullover zeigt wie er getrocknet aussieht.
Pullover im Hafenbecken

2 Antworten zu “Keine Leiche im Hafenbecken! War nur ein Pullover”

  1. Boote-Blog sagt:

    Ich habe hier mal ein Bildeingefügt, welches den Pullover in trockenem zustand zeigt. Der Besitzer kann diesen in den nächsten Tagen sicher noch auf der Steganlage in Hitzacker finden. Als der aus dem Schlickwasser hervorkam war von grüner Farbe übrigens nichts zu erkennen. Der war einfach nur schwarz.

  2. David sagt:

    Hi, grauselig. Ich wäre ebenfalls ein recht sensibles Mäuschen an der Stelle gewesen. Meiner Frau und mir wäre fast das gleich passiert. Bei uns ist mal eine ältere Dame (aus dem Seniorenheim entlaufen) verschwunden. Wir sind an dem Tag der Vermisstenanzeige an dem nahe liegenden See spazieren gegangen und haben an einer Stelle gestanden und ins Wasser geschaut. Da war aber nix. Ein Tag später haben Feuerwehrleute die Leiche der Dame an der gleichen Stelle gefunden.

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