Schöpfwerk und Siel in Hitzacker für den Hochwasserschutz

Hochwasser Schoepfwerk Hitzacker 2007

Im Rahmen des Hochwasserschutzes für Hitzacker werden derzeit das Schöpfwerk und das Sielbauwerk erstellt. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz ( NLWKN ) stellt hierzu einige Informationen bereit. Zu finden sind diese auf deren Internetseite .

Zitat:

Nicht nur die Baukonjunktur allgemein, sondern auch Maßnahmen des NLWKN profitieren von der bisher milden und somit günstigen Witterung im Herbst und Winter. Besonders gilt das für die Hochwasserschutzmaßnahmen in Hitzacker (Elbe).

Hier – am Rande der Stadtinsel – wird in der Regie des NLWKN im Auftrag des Jeetzeldeichverbandes Lüchow in Zusammenarbeit mit zehn Ingenieurbüros das neue Schöpfwerk gebaut. Die Baustelle wächst derzeit aus dem Untergrund heraus, d. h. der hochbauliche Teil befindet sich in der Vorbereitung, letzte Betonierarbeiten an den Pumpenausläufen können auf Grund der milden Winterwitterung und der günstigen Wasserstände sogar im Januar durchgeführt werden. Der verzögerte Baubeginn konnte somit inzwischen wett gemacht werden. Das Schöpfwerk kostet rund 12 Millionen Euro und ist das größte Einzelbauwerk im Gesamtpaket "Hochwasserschutz für Hitzacker". Bis zum Mai 2008 soll das Schöpfwerk betriebsbereit sein, prognostiziert Johannes Hilmer vom NLWKN.

Und gleich nebenan läuft die nächste Baustelle: Dort wird für rund fünf Millionen Euro das Siel gebaut, der Umweltminister setzte am 18. September 2006 die Arbeiten offiziell in Gang. Inzwischen ist die Umspundung der Baugrube fertiggestellt, im Februar soll der Unterwasserbeton für die Baugrubensohle eingebracht werden. Die erforderliche Umleitung der Jeetzel und der Bau eines Hilfsanlegers für die Schifffahrt sind inzwischen erfolgt.

Ein Kuriosum am Rande: Während der Rammarbeiten für die Baugrube des Jeetzelsieles sind zigtausend Fische in den Spundwandkasten "eingezogen" , es musste ein Fischer beauftragt werden, der mehrere Tonnen Fische mit Netzen aus der Baugrube fischte und wieder in die Freiheit entließ.

Insgesamt geht es gut voran mit dem Hochwasserschutzprojekt.

Für den Bau der Hochwasserschutzwand (Kosten: rund 9,5 Millionen Euro) ist die Ausschreibung erfolgt, die Vergabe für den festen Teil erfolgte im Dezember 2006, der mobile Aufsatz soll im Frühjahr 2007 vergeben werden. Der Knackpunkt ist immer noch die Verfügbarkeit der Flächen: Hier muss entweder über eine privatrechtliche Vereinbarung oder auch über ein Enteignungsverfahren eine Lösung gefunden werden.

Und so sieht der Zeitplan des NLWKN und des Jeetzeldeichverbandes Lüchow als Bauherr aus: Eine – wenn auch immer noch - eingeschränkte Hochwassersicherheit kann Ende 2007 erreicht werden, eine Inbetriebnahme aller Bauteile ist für das Frühjahr 2008 geplant, die komplette Fertigstellung auch der Maßnahmen im Schutze der Anlagen sollte dann im Verlaufe des Jahres 2009 erfolgen können .

Das Projekt "Hochwasserschutz für Hitzacker" wurde im November 2005 vom NLWKN genehmigt und der Planfeststellungsbeschluss erlassen. Allerdings sind immer noch vier Klagen anhängig. Im Einzelnen sehen die Pläne vor, die Stadt Hitzacker durch eine 938 Meter lange Hochwasserschutzwand vor Überflutungsschäden wie in den vergangenen Jahren zu bewahren. Für die Wand ist eine Höhe von 2,70 Meter über Geländehöhe vorgesehen. Um das Erscheinungsbild sensibler Bereiche wie der historischen Innenstadt nicht mehr als nötig zu beeinflussen, wird die Wand auf einer Länge von rund 670 Metern in einer abgesenkten Version ausgeführt. Ihre permanente Höhe beträgt in diesen Zonen bei 1,20 m über Geländehöhe, sie wird erst im Bedarfsfall mit mobilen Aufsatzelementen auf volle Höhe gebracht.

Ferner wird das bislang ungehindert in die Jeetzel eindringende Elbehochwasser mit verschiedenen Maßnahmen abgewehrt und das dabei hinter dem geschlossenen Siel auflaufende Eigenwasser der Jeetzel mit Hilfe des Schöpfwerkes in der Alten Jeezel in die Elbe abgepumpt.

Die Maßnahmen sind so ausgelegt, dass sie die Stadt und das Umland vor Hochwasserständen schützen, wie sie statistisch einmal in 100 Jahren auftreten. Die Kosten der Gesamtmaßnahme belaufen sich auf etwa 74 Millionen Euro, die Ausgaben für die Hochwasserschutzwand, das Siel, das Schöpfwerk sowie Straßenanpassungen betragen etwa 35 Millionen Euro, die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Fonds Aufbauhilfe und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung.

Johannes Hilmer
Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz
Betriebsstelle Lüneburg
Adolph-Kolping-Straße 6
21337 Lüneburg
Tel: 04131/8545-453

Hochwasser Schoepfwerk Hitzacker 2007
Das Schöpfwerk in Hitzacker im Bau

Hochwasser Hitzacker Schoepfwerk
Schöpfwerk in Hitzacker im Bau

Sielbauwerk Hitzacker Hochwasserschutz
Das Sielbauwerk zum Hochwasserschutz in Hitzacker im Bau

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